Den Frieden des Herzens finden | Jesus- Gebet

Zu den ersten Gebetsexperten unter den Christen zählen die sogenannten Wüstenväter und, weniger, aber auch, Wüstenmütter. Als das Christentum römische Staatsreligion wurde und etabliert war, zog es - man kann sagen: - Massen von Aussteigern in die Wüste, um dort eine radikale Form der Gottsuche zu pflegen und den Frieden des Herzens zu finden. Dort in der Wüste hatten sie es aber vor allem mit sich selbst und dem ganzen Unfrieden in sich zu tun.

Um sich in all den inneren Kämpfen in Gott zu verankern entwickelten sie ein einfaches Gebet, indem sie einzelne Verse aus der Bibel immer und immerzu wiederholten. Sozusagen als Zusammenfassung der ganzen Bibel gilt der Name Jesu: Gott rettet. Den Namen Jeus anrufen, das ist also eine sehr lang bewährte Gebtsform der Kirche.

In den Westen kam diese Form des einfachen Gebetes durch den Mönch Cassian im 5. Jh. Seine Aufzeichnungen der Gespräche mit den Mönchen auf Seiner Pilgerreise durch die Ägyptische Wüste gehört zu der wichtigsten geistlichen Lektüre der Ordenstradition in Europa. In der Regel Benedikt wird sie beispielsweise dringend empfohlen. In den Orthodoxen Kirchen hat sich das Jesus- Gebet aber viel ausdrücklicher erhalten. Einerseits in den Klöstern: der Berg Athos ist bekannt dafür. Andererseits aber auch als Gebetsform für alle Gläubigen und gerade auch für einfache Menschen. Die Aufrichtigen Erzählungen eines Russischen Pilgers geben Zeugnis davon. Dieses Buch hat im 20 Jh. die Frömmigkeit des Jesus- Gebetes in den Westen zurückgebracht. Es verbindet sich hier in den modernen Gebetschulen mit dem inneren, kontemplativen Gebet, das beispielsweise in der Tradition des Karmel tradiert wurde.Theresa von Avila ist hierfür ein bekannter Name.
Die biblische Grundlage des Jesus- Gebetes ist die Aufforderung des Apostel Paulus ohne Unterlass zu beten (1 Kor 14,15). Paulus bezeichnet die Gläubigen als die, die den Namen Jesu Christi anrufen (1 Kor. 1,2). Auch im Alten Testament hat der Name Gottes eine hervorragende Bedeutung. Denn mit dem Namen ist die Person selbst gegenwärtig.

Indem wir den Namen Jesu aussprechen, treten wir in Kontakt mit Gott, der immer da ist. Immer gegenwärtig ist. Die ganze Übung besteht darin, in der Gegenwart Gottes zu verweilen, indem wir die Aufmerksamkeit auf sie auszurichten.So öffnet sich der Betende für die Erfahrung Gottes und Sein Wirken: die Erfüllung der Gottessehnsucht und den Frieden des Herzens.
Moderne Gebetschulen haben Anleitungsschritte entwickelt, deren Ziel ist, die aufmerksame Wahrnehmung einzuüben und dabei immer innerlicher zu werden. Die intimste Begegnung mit Gott ist in unserem Inneren. Das heißt, zu uns selbst kommen und zu Gott kommen ist der gleiche Weg.

Am Schnuppertag Jesus- Gebet im Quo vadis? können Sie an einem Tag im Schweigen erste Erfahrungen mit dieser Gebetsweise machen. Angeleitet werden die Wegschritte, wie sie der Jesuit Franz Jalics beschrieben hat.
Einige Ordenseinrichtungen in Österreich bieten Exerzitienkurse und Begleitung für diese Gebetsform an. Hier ist sei eine Auswahl genannt, weiteres Infomaterial finden Sie im Quo vadis? zu unseren Öffnungszeiten.

Stille in Wien im Kardinal König Haus: Bildungshaus der Jesuiten und der Caritas

Kontemplative Exerzitien im Kapuzinerkloster Irdning in der Steiermark

Sr. Gabriele Hofer (Barmherzige Schwester vom Hl. Vinzenz) im Haus der Stille Bad Schönau

Sr. Huberta Rohrmoser (Marienschwestern vom Karmel) im Exerzitienhaus Grünau "Marienheim"

Haus der Besinnung der Missionarinnen Christi am Wallfahrtsort Maria Kirchental

(Veronica Ilse)