Die schönsten Pilgererinnerungen

Der heurige Sommer war eine Einladung zum Pilgern. Die Corona-Zeit hatte auch das Pilgern erschwert. Endlich war es wieder möglich aufzubrechen und Neues zu entdecken. Wir haben Pilger*innen gefragt, warum sie sich auf den Weg machen und welche ihre schönsten Sommer-Pilger-Erinnerungen waren. 
Im Quo vadis? finden regelmäßig Pilger-Veranstaltungen statt: zum Austauschen, zum Informieren, zum Träumen. 

Monika PilgernLiebe Monika, was fasziniert dich am Pilgern?
Der Camino (Jakobsweg) bringt das Innerste der Pilger zum Vorschein, die meisten sind freundlich und hilfsbereit, nur wenige Pilger sind mürrisch. Alle am Weg sind gleich, niemand ist besser oder schlechter als der andere. Probleme werden geteilt und manchmal findet man auch heraus, dass das Gegenüber ähnliche Probleme hat, wie man selbst.
Was war dein schönstes Pilgererlebnis?
Das ist schwierig zu beantworten. Auf dem Weg kann man viele Freundschaften schließen und manche bleiben auch erhalten, obwohl die andere Person auf einem ganz anderen Kontinent lebt. Ich habe besonders wunderschöne Erlebnisse mit anderen Menschen erfahren dürfen und kann mich gar nicht entscheiden, welches am schönsten war.
Kannst du dafür ein paar Beispiele geben? Mit welchen Personen hast du besonders schöne Momente geteilt?
Auf meinem ersten Camino traf ich einen Pilger, dem es damals wirklich nicht gut ging. Jetzt hat er Frau und Familie – diese wunderschöne Wendung durfte ich miterleben. Mit meinen Freunden, die mit mir von Wien nach Mariazell gegangen sind und mit Simone, mit der ich den österreichischen Jakobsweg gehe, durfte ich auch wunderschöne Momente erleben. Am österreichischem Jakobsweg bekam ich ein Buch mit Gedichten, vom Autor persönlich geschenkt. Das hat mich sehr bewegt.
Du warst auch schon auf der Via de la Plata unterwegs – gibt es von diesem Weg schöne Erlebnisse, die du mit uns teilen möchtest?
Auf der Via de la Plata wurde ich bei der Muschelbar mit Wiener Walzer empfangen. Das war eine großartige Erfahrung. Ein anderes Mal schenkte mir ein Bauer am Weg zwei Rosenkränze. Einen schenkte ich einer Pilgerfreundin aus Australien, die kurz vor ihrer Scheidung stand, weiter. Über dieses Geschenk war sie zu Tränen gerührt. Das berührte mich sehr.
Gab es auch weniger schöne Momente für dich am Weg?
Ja! Allerdings waren diese lehrreich. Im Nachhinein betrachtet sind aber alle Erfahrungen, die man am Weg erleben darf, ein großes Geschenk.

Liebe Anneliese, du bist im Juli mit Freunden die Via Sacra gepilgert?
Ja genau, aufgrund der heißen Temperaturen mussten wir allerdings öfters längere Pausen einlegen, daher nannten wir es Genusspilgern.
Was hat dir bei dieser Pilgerwanderung am besten gefallen?
Jeder Tag hat uns aufs Neue überrascht. Besonders schön empfand ich die Erholung nach steilen Anstiegen.
Gab es auch Momente der Dankbarkeit?
Es gab viele Momente, die mit Dankbarkeit erfüllt waren. Auf der Araburg, die Pause am Ufer der Traisen mit Eisbecher, die vier Berge vor Mariazell, die wirklich sehr anstrengend zu gehen waren, ohne einer Möglichkeit einzukehren nur bei den Alpakas konnten wir unsere Vorräte essen. Auch wenn wir diesmal nirgendwo einkekehren konnten, so waren nach Pausen wenigstens die Rucksäcke leichter und die Stimmung passte wieder. Eine gelungene Sammlung.

Sie möchten Ihre Pilgererfahrungen mit anderen teilen? Wir laden Sie herzlich zum Pilgercafé ein! 
Sie möchten mehr davon hören, wie das Pilgern den eigenen Lebensstil verändert und wie es ist als Frau alleine unterwegs zu sein? Kommen Sie zum Pilgervortrag Heute breche ich auf - Das Leben ist eine Pilgerreise mit Ingeborg Hofbauer. 
Alle weiteren Pilgerveranstaltungen finden Sie hier!
Für Beratungen, Unterlagen und das Abholen des Pilgerpasses steht unser Team montags bis freitags von 10-18 Uhr zur Verfügung. 

Ihre Ansprechperson: Alma Maria Becker, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!., 015120385