Berufung

Das Quo vadis? ist das Zentrum der Ordensgemeinschaften Österreich für Begegnung und Berufung. Was verstehen wir darunter und welches Angebot verbindet sich damit? Wir verwenden das Konzept Berufung sowohl in einem engeren als auch in einem umfassenden Sinn.

Geistliche Berufung

Im Kontext der Ordensgemeinschaften reden wir von geistlichen Berufungen, d.h. der Lebensform in einer Ordensgemeinschaft. Den Menschen, die dazu eine Anziehung in sich erleben, dem nachspüren wollen und unter den vielfältigen Varianten die eigene suchen, kann das Quo vadis? eine Art Dating-Plattform sein.
Wir ermöglichen, sich einen Überblick zu verschaffen, welche Ordensgemeinschaften es in Österreich gibt, informieren über die Angebote, die diese haben, um ihre Lebensweise kennen zu lernen und vor allem: Sie können viele unterschiedliche Ordensleute bei uns kennen lernen und so ein Gefühl für deren jeweiligen Stil und Charisma erhalten und mit ihnen ins Gespräch kommen.

Persönliche Berufung

Ordensleben ist immer eine Entscheidung. Und Ordensleben ist eine Art Expertentum in Sachen Gottesbeziehung. Die Ordensgemeinschaft haben daher ein über Jahrhunderte gesammelte Weisheit für das spirituelle Leben im Allgemeinen und die Suche nach Gottes Weg mit Gruppen und mit Einzelnen im Besonderen. Dieses Wissen soll Sie auf der Suche nach Ihrer persönlichen Berufung unterstützen. 
In diesem Konzept von Berufung, gehen wir davon aus, dass Gott jeden individuell geschaffen hat, mit jedem eine persönliche Beziehung führen will (Wo bist du, Adam! ruft ER den Menschen, Gen. 3) und dass diese Beziehung nach und nach das ganze Leben umgreifen und formen will - Lebensform, Beruf, Tagesgestaltung - zu der Form, die sie/ihn lebendig und Christus ähnlich macht. Grundlage einer persönlichen Berufung, ist also die Beziehung zum lebensspendenden Gott. Aber manchmal ist es auch umgekehrt: ich erfahre mich gezogen und beauftragt zu einer gewissen Tätigkeit, ich fühle mich behütet und geführt auf einem bestimmten Weg und werde dadurch aufmerksam auf den Rufenden hinter dem Ruf.
Für die Suche nach Ihrer persönlichen Berufung und Ihrer Beziehung zu Gott finden Sie im Quo vadis? vielfältige Anregungen aus dem Schatz der Orden und der Kirche: im persönlichen Reflexionsgespräch, in Vorträgen und Workshops zum Gebet und zur geistlichen Unterscheidung, durch Berufungszeugnisse, im Austausch und in Möglichkeiten zum Engagement. Denn jede Berufung durch Gott ist zwar persönlich, aber gleichzeitig in irgendeiner Weise in eine Gemeinschaft hinein und ein Dienst für andere.

Berufungsg'schichten

Zum Staunen über die Wege Gottes führen die Berufungsg'schichten, die wir von Frauen und Männern in der Ordensausbildung sammeln. Sie können einladen, hellhörig für die Stimme Gottes im eigenen Leben zu werden.
Hier lesen Sie die Erzählung von:
Sebastian Ortner, Jesuit
Regina Köhler, Congregatio Jesu
Ewald Nathanael Donhoffer, Prämonstratenser
Katharina Ruth, Kleine Schwestern Jesu
Moritz Windegger, Franziskaner
Katharina Leitner, Benediktiner
Michal Klučka, Salesianer Don Bosco
Gertraud Harb, Kreuzschwestern
Helena Fürst, Elisabethinen
Pilippus Mayr, Benediktiner
Erika Maria Radner, Karmelitin
Lukas Agerer, Zisterzienser
Christina Blätterbinder, Steyler Missionarin
Tobias Martin Sieberichs, Dominikaner
Elisabeth Muche, Helferin

Viele weitere Berufungsgeschichten von Männern verschiedener Orden im deutschsprachigen Raum finden sich auf der Website Himmelsstürmer, dem interaktiven Internetportal zum gleichnamigen Berufungsbuch aus dem Benediktinerstift Kloster Einsiedeln.


 

Veranstaltungen, die Orientierung bieten

Als Raum der österreichischen Ordensgemeinschaften bieten wir hier Schätze aus deren Tradition an: Wie geht unterscheiden? Wie kann eine gute Entscheidung gelingen? Was ist ein christliches, ein geistliches Leben? Diesen und anderen Fragen gehen wir in unserem Veranstaltungskalender auf die Spur. Hier finden Sie die Termine, die Orientierung in Fragen Berufung anbieten. 

Eine Liste von Büchern zum Thema sind in unserem Blog Lesetipp vorgestellt.
 

 

Wille Gottes ist das, was Gott von den Menschen fordert. Von den Menschen – nein; von mir. Es ist der Wille, den Er hat an mich: das, was ich soll. Ich, dieser Eine, stehend im Gesamten. Ich durch die Gesamtheit der Geschichte und der Welt, und die Gesamtheit dieser Welt durch mich.
Das ist noch mehr: Dieser Wille steht nicht etwa bloß ‚über‘ mir, ‚vor‘ mir und sagt: ‚Das sollst Du tun. Das sollst Du werden!‘ Es ist keine Marschordre, die ich mitbekäme und auszuführen hätte, sondern eine lebendige Macht, die in mir waltet. Der Wille Gottes ist nicht nur eine Forderung, sondern auch ein Wirken. Er ist die besondere Weise, wie Er in mir mahnt, drängt, hilft, trägt, wirkt und formt, ringt, überwindet und vollendet. Der Wille Gottes ist die Kraft, mit der Er wirkt, dass ich vollbringen könne was Er fordert.
aus: Romano Guardini. Vom lebendigen Gott